Die Besonderheiten des Masterings für Vinyl

Wenn ein Künstler oder ein Label einen Mastering-Ingenieur beauftragt, einen Titel, eine EP oder ein Album fertigzustellen, ist es sehr üblich, das Mastering an die verschiedenen Vertriebsformate anzupassen: Streaming, CD und Vinyl. Jedes Medium besitzt seine eigenen Eigenschaften. Es ist daher notwendig, die angewendeten Bearbeitungen technisch anzupassen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen, das perfekt auf das jeweilige Medium abgestimmt ist,
insbesondere auf Vinyl.

Vinyl, a Physical and Analog Medium

Das für Vinyl bestimmte Mastering ist spezifischer als das für digitale Formate.

Denn hier handelt es sich um ein physisches und analoges Medium, das in ein Material (den Lack) graviert wird, um anschließend mechanisch von einer Nadel (dem Tonabnehmer des Plattenspielers) abgetastet zu werden.

Diese Besonderheit erfordert eine echte Anpassung der Audiobearbeitung.

Ab diesem Punkt müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden, da bestimmte Audiobearbeitungen einen direkten Einfluss auf die Qualität des Schnitts haben können.

Lautstärke, Clipping und Limiting Effekte am Ende der Kette

Der Lautheitspegel (Loudness), die Stereobreite sowie der Einsatz von Clipping und Limiting sind entscheidende Kriterien für den Vinylschnitt.

Je lauter und breiter ein Signal ist, desto mehr Platz nimmt die Rille auf der Platte ein (Rillenabstand). Diese Einschränkung kann beim Pressen erhebliche Folgen haben, insbesondere aus finanzieller Sicht, wenn dadurch eine zusätzliche Platte erforderlich wird, um den gesamten Inhalt eines Albums oder einer EP unterzubringen.

Clipping neigt dazu, die Signalspitzen abzuflachen, sehr abrupte Winkel zu erzeugen und natürliche Transienten in „quadratische“ Formen zu verwandeln.

Limiting hingegen komprimiert die Mikrodynamik, erhöht die durchschnittliche Energie des Signals und lässt es dauerhaft „voll“ erscheinen, was eine ständig breite Rille erzwingt.

Diese Eigenschaften wirken sich direkt auf den Schneidprozess und somit auf die Bewegung des Tonabnehmers aus, mit hörbaren Folgen: aggressive Höhen, instabiles Stereobild, Verzerrungen in den hohen Frequenzen (insbesondere bei Zischlauten) und ein Verlust an Definition.

Für einen optimalen Schnitt ist es jedoch entscheidend, Atemräume, dynamische Kontraste, ruhigere Passagen und natürliche Transienten zu bewahren.

Signal ohne Clipping

Signal mit Clipping

Die Lieferung eines für den Vinylschnitt bestimmten Masters

Ein Mastering-Ingenieur, der Ihre Musik für das Vinylformat anpasst, wird die notwendigen Entscheidungen treffen, um ein Audio zu erhalten, das speziell für einen optimalen Schnitt geformt ist, und dabei die künstlerische Intention des Werks, so wie es konzipiert, produziert und gemischt wurde, treu respektieren.

Dieses Ergebnis wird anschließend an einen Cutting Engineer übergeben, dessen Aufgabe es ist, das Audiosignal in eine physische Rille zu verwandeln, die in eine Masterplatte geschnitten wird.

Seine Arbeit erfordert während des gesamten Schneidprozesses eine konstante, adaptive und Echtzeit-Aufmerksamkeit, um eine Masterplatte zu erhalten, die perfekt für das Pressen geeignet ist.

Daher ist es essenziell, diesen Schritt im Voraus zu berücksichtigen, indem die Arbeit des Cutting Engineers so weit wie möglich erleichtert wird, durch die Vorbereitung eines vinylgerechten Masters und die Bereitstellung eines technischen Datenblatts mit den notwendigen Informationen zu bestimmten Aspekten der Musik.

Vinyl-Mastering, zusammengefasst

Die Entscheidung für eine Vinylpressung erfordert echtes Fachwissen in der Mastering-Phase.

Bestimmte technische Entscheidungen müssen getroffen werden, um das Audio an ein physisches und analoges Medium anzupassen und dabei die künstlerische Intention vollständig zu bewahren.

Das Ziel ist es, ein Klangergebnis zu erzielen, das dem Originalwerk treu — oder sogar identisch — ist, unter Berücksichtigung der spezifischen Einschränkungen von Vinyl.

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